12.10.2011

Aberdeen


Hallo, ihr Menschen der abgelegten Abstinenz!
Joa, so bin ich also dann am Montag nach Aberdeen abgedüst.

Vormittags war ich noch in Cannock auf der Arbeit bis 12 Uhr, hab mich noch ein bisschen vorbereitet, bis mich dann eine Mitarbeiterin zum Flughafen in Birmingham gefahren hat.
Auf der Fahrt habe ich so einiges gelernt, unter anderem, dass es die beste Pizza angeblich in Frankreich geben soll (lächerlich) und vor allem aber, dass man in Birmingham gut abfeiern kann, die Nightclubs sollen da sehr deluxe sein, was ich mir durchaus vorstellen kann.
Ich sag nur: Zweitgrößte Stadt in ganz UK, da muss ich wohl nochmal häufiger reinstrugglen. 

Naja, so wurde ich dann einfach so am Flughafen ausgesetzt, immerhin hatte ich meinen neuen Freund, Mr. Mantel, mit dabei, so konnte nichts schiefgehen…obwohl.
Ein paar Sachen sind natürlich schief gegangen, so mussten die Leute natürlich unbedingt meinen ganzen Koffer durchsuchen und dann haben sie mir mein Shampoo und meinen Kamm geklaut. Die Leutchen haben wohl den Wahnsinnigen im Mantel erblickt und haben sich gedacht: „Shampoo und ein Kamm? Damit kann der Mantelmensch auf jeden Fall eine Massenvernichtungswaffe basteln!“
Ich hatte keine Chance, hätte ich protestiert, hätte es geheißen „TAKE HIM DOWN!“

Naja, als ich den Sicherheitscheck hinter mir hatte bin ich erstmal durch die Gegend gelatscht, schön mit LMFAO – One Day in meinen Ohren, hat perfekt gepasst.
Ich erspähte einen sogenannten Burger King.
Habe ich euch eigentlich schon berichtet, dass es hier die besten Burger einfach nicht gibt? Keinen Double Steakhouse und keinen ach so geliebten Big Tasty Bacon, dafür andere Burger, die alle scheiße sind.
Nichts desto trotz dachte ich mir dann: „Ach weißt du Robert, schon seit 2 Wochen kein Fastfood genascht, da kannst du dir jetzt mal ein Menu in Größe „Super“ bestellen!“
Unfortunately habe ich die Bedienung sehr schlecht verstanden, wie das bis jetzt bei jedem Fastfoodladen so war, noch ein Grund mehr, warum ich da nicht gerne hingehe. Der junge Herr Inder trug eine Zahnspange und ich konnte einfach nicht anders als diese anzustarren während ich dann 3 mal fragen musste, was er denn von mir will und ich 3 falsche Antworten gegeben habe: „No, I don’t want any more. No, I’ll eat it here. Sorry, I can’t understand you.“
Am Ende stellte sich heraus, dass er einfach nur die Summe genannt hat, die er von mir für diese Mahlzeit verlangte. Er sollte schnellstens die Zahnspange loswerden…

Nachdem ich dann das Supermenu nicht ansatzweise geschafft habe, hielt ich erst mal Ausschau nach einem Penner, den ich mit dem Mahl Glück bereiten könnte, bis mir auffiel, dass es wohl auf Flughäfen in dem Departurebereich keine Penner gibt. Darauf wanderte der Rest in den Müll.

Munter und voller Erwartung ging ich dann zu dem entsprechenden Dock, wo mein Flugzeug irgendwo starten sollte, aber bis dahin dauerte es wohl noch eine ¾ Stunde. Aber da ich meine Kamera dabei hatte konnte ich noch schnell eine Aufnahme für Dörner’s Weekly Waffle tätigen
(hat jetzt übrigens auch eine Facebookseite -> liken!). Schwer bewaffnete Polizisten latschten frohen Mutes durch die Gegend, ich konnte also nichts spektakuläres Anstellen, schade.

Doch dann ging es los, wir wurden aufgerufen, meine Laune sank, als ich dann den Flugapparat erspähen durfte: Klein und nichtmal fein.
Es war eine enge und sehr laute Reise mit einiger TURBULENCE! Wir legten zur Landung an und von oben sah ich schon, dass auch diese Stadt nicht mit Schönheit gesegnet wurde.
Alle Häuser sehen exakt gleich aus: Alt, hässlich und schlimmer als im Osten.
Der Flughafen war dann natürlich auch dementsprechend. Als ich dann mit dem Taxi Richtung Hotel getragen wurde, durfte ich das katastrophale Ausmaß von Nahem betrachten. So habe ich gleich zu Beginn meiner Dienstreise eine wichtige Lektion gelernt: Cannock ist zwar alt und ein bisschen ranzig, aber es geht noch schlimmer.

So kam ich dann im Hotel an und durfte gleich erstmal eine lustige Konversation führen, denn das Hotel war scheinbar nicht bezahlt, obwohl es eigentlich hätte bezahlt sein sollen. So gab ich widerwillig meine Kreditkarte hin und rief gleich in meinem Zimmer die verantwortlichen Kräfte an. Es wird geregelt wurde mir versichert, ich habe bis jetzt nichtmehr nachgeharkt, sollte ich vielleicht mal machen.

Naja darauf hin durfte ich dann realisieren, dass ich 30 Minuten frei Internet habe, ansonsten muss ich zahlen, beginnend mit 24h für 10 Pfund, am Arsch. Immerhin sind ein paar ganz annehmbare TV Sender umsonst. Apropos TV, hier gibt es interessante und lustige Sendungen wie Versteigerungen von alten Puppen oder Embarrassing Bodies, eine Sendung, wo Leute mit ekligen Krankheiten am Körper zu einem Fernsehdoktor gehen, da wird alles gezeigt, wirklich alles, keine Ahnung, warum es diese Sendung gibt, aber ich hab es weggeschaltet, weil es einfach zu eklig ist…

Alles in allem ist das Hotel okay, gutes Zimmer, gutes Frühstück, wobei ich da eh nicht esse, und vor allem insgesamt teuer: 250 Pfund für 3 Nächte.

Die Finning Außenstelle hier in Aberdeen ist ebenfalls erheblich kleiner, als ich erwartet hätte, dafür, dass hier ein Großteil der Parts-Verkäufe getätigt wird (es arbeiten gerade mal 20 Leute hier, wovon die Hälfte immer irgendwie außer Haus ist). Im Vergleich z.B. mit dem MaK Werk in Friedrichsort ist die Außenstelle hier ein Fliegenschiss. Lustigerweise ist hier alles immer irgendwie kleiner, als ich es erwarte bzw. vorstelle, die armen englischen Frauen…
Auf der Arbeit sind alle wie immer sehr nett. Ich habe mich erstmal bis zur Mittagspause selbst beschäftigt, anschließend hat mir ein Mitarbeiter dann gezeigt, wie er herausfindet, wie viele Ersatzteile für einen Motor in einer bestimmten Zeitspanne für den Kunden benötigt werden.
Ich habe noch nie etwas Langweiligeres miterleben dürfen, 4 Stunden lang durfte ich ihn dabei beobachten und ich habe immer nur gedacht: „Wenn ich diesen Job mein ganzes Leben machen müsste, würde ich mich umbringen.“  Aber immerhin kann er sich einen nagelneuen Passat leisten.
Vergleichend erinnerte ich mich an den Erdkundeunterricht, der tatsächlich interessanter war, als die Tätigkeit dieses Mannes, hätte nie gedacht, dass die Langeweile des Erdkundeunterrichts noch getoppt werden kann. Der wesentliche Unterschied war dann aber doch, das man in Erdkunde immer noch Scheiße bauen konnte, was hier auf  Arbeit nicht der Fall ist, aber immerhin blieb mir der schier unendlich erscheinende Kampf gegen das Schlafverlangen.

Aber irgendwann waren auch diese 4 Stunden vorbei und es stellte sich heraus, dass dieser Mann auch ein Zimmer in demselben Hotel hatte, sodass er mich mitnahm. Er bot mir an mit ihm was essen zu gehen, aber erst einmal esse ich nichts mehr zum Abendbrot und erst zweimal ist er nicht so der Mensch mit dem ich meine Freizeit verbringen möchte, er ist zwar sehr nett und alles, aber dennoch sieht sein äußeres Erscheinungsbild…gefährlich aus. Außerdem war ich wirklich fertig mit der Welt und wollte nur noch entspannen, was mich aber nicht davon abhielt diesen Film zu gucken, wo sie ein Unsichtbarkeitsserum erfunden haben und der eine Forscher das dann nimmt und zum invisible rapist wird. Und natürlich habe ich noch eine schnelle Aufnahme für DWW gemacht. ;)

Der schottische Akzent ist sehr interessant, wenn man mal nicht genau hinhört, dann könnte man denken, man höre einen eleganten Mix aus Russisch, Dänisch und Piratenenglisch. Aber letztendlich scheint es doch die englische Sprache zu sein, wenn man denn mal konzentriert hinhört, der unterschwellige Piratismus in der Sprache bleibt aber erhalten. Oder vielleicht besser gesagt: Wenn man das normale Englisch mit dem schottischen Englisch vergleicht, dann ist das ungefähr so wie der Unterschied zwischen Hochdeutsch und Plattdeutsch. Außerdem sagen Schotten, wenn sie z.B. gerade die Arbeit verlassen wollen und sich von den Mitarbeitern verabschieden
„Good night!“ anstatt wie sonst üblich „See you tomorrow!“ Scheinbar scheint man sich hier auch sehr gerne über die fails anderer Menschen abzulachen, so bekam gerade eben ein Mitarbeiter, der übrigens dem Polizisten aus Dr. House extremst ähnelt, eine Mail über die sich die ganze Abteilung köstlich amüsierte, es ging irgendwie um unsicheres Öl und was für einen Schaden das verursacht hat. Was mir allgemein mal aufgefallen ist: Die Leute essen hier als Lunch, also deren Mittagessen, meist Chips und anderen komischen Knabberkram, anstatt sich so wie ich ein ordentliches Sandwich-Baguette vom extra hier anfahrenden Wagen zu kaufen.

Und so sitze ich hier nun seit einer Stunde auf der Arbeit, schreibe diesen Blogeintrag, der nun schon genau  1370 Wörter beinhaltet. Dennoch kann ich nicht aufhören zu schreiben, denn dann habe ich erstmal nichts mehr zu tun und die Zeit vergeht wieder so langsam, was ich wohl nicht möchte. Gleichzeitig hoffe ich im Moment aber auch, dass die Mehrheit diesen Text liest, auch wenn er so lang ist. Ich werde heute noch hier verweilen, morgen Vormittag ebenfalls und dann geht es wieder zurück nach Cannock. Am Wochenende kommt meine Family zu Besuch und am Sonntag geht es dann nach London, denke aber, vorher gibt es noch einen Blogeintrag…oder?

MaG (Mit awesome Grüßen)
Euer Dörner


PS (eine Stunde später):
Hey! Ich habe gerade herausgefunden, dass eine Excel Tabelle bei maximaler Zeile 65536 endet!

PSS (eine weiter Stunde später, es ist jetzt 12:30):
Habe ich schon erwähnt, dass sich die Leute entschuldigen, wenn sie niesen? Es sagt niemand „Gesundheit!“ oder „God bless you!“. So ist das hier in GB wohl…

PSSS (eine weitere Stunde später):
Jetzt (1500 words now) habe ich mehr oder weniger ausversehen einem Abendessen mit dem Mitarbeiter, der auch in dem Hotel haust, zugesagt…ich bin gespannt, was das wird.
Abendbrot und Frühstück ist ja eigentlich nicht mehr so meine Baustelle, I broke my own rules. -.-

PSSS (eine weitere Stunde später):
Da ich nun durch einen Trick mit meinem Heimnotebook aufs Cognossystem zugreifen kann, durfte ich nun bemerken, dass ich bei meinen Kalkulationen einen kleinen Fehler gemacht habe, dessen Behebung wohl 2 Tage frohes Zahl kopieren und in die Excel Tabelle einfügen zur Folge hat, SCHEIßE!
Edit: Gerade eben einen Kniff entdeckt, womit sich die Arbeitseffizienz verdreifacht hat! Also doch nicht so lange an dem Zahlenwust rumknabbern. Außerdem habe ich soeben rausgefunden, dass ich doch mit meinem Privatlaptop auf meine Arbeitsemails zugreifen kann…doch im Postfach sind nur schlechte Nachrichten drin, DAMN IT!

PSSSS:
Jetzt bin ich im Hotel und bin auf den Abend gespannt, wir sind zu dritt in Aberdeen, ich nehme aber keine Kamera mit, weil wir eh nur essen gehen. Außerdem denke ich nicht, dass es da wirklich was zu sehen gibt. Also haut ihr mal rein!

Achja, bevor ich es vergesse:
https://www.facebook.com/pages/D%C3%B6rners-Weekly-Waffle/247039058682275

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